Schlagwort-Archive: Einsamkeit

Art der Liebe.

Lieben ist keine Kunst, geliebt zu werden dagegen schon. Dich in meiner Nähe zu wissen ist, alles, was ich je wollte. Wann spüre ich dich am meisten? Immer dann, wenn du eben nicht direkt bei mir bist. Gemeint ist nicht, wenn ich sehe, was du alles für uns bzw. mich machst. Eher die Reaktion deiner Freunde, wenn ich nicht dabei bin, auf eurer Tour. Am Anfang schüttelten deine Freunde mit dem Kopf und konnten nicht verstehen, warum du an mich denkst. Sie meinten immer zu dir, schalte doch mal ab und genieße den Tag. Du sagtest daraufhin, ich genieße jeden Augenblick als währe er dabei. Die Vorstellung das Sie nicht an mich denken dürfe würde sie zerreißen. Deine Freunde sprachen mich darauf an, mit einer gewissen Skepsis warteten sie auf meine Reaktion. Ein Lächeln war alles, was mir in den Sinn kam, es ging mir eben genauso wie ihr. Nur dass ich meine Emotionen nicht im Gesicht mit mir herumtrage. Dennoch merken es auch meine Freunde, weil ich manches Mal mit den Gedanken leicht abwesend bin. Wo ich bin? Das ist doch wohl klar. Eben bei dir und das schon eine gefühlte Ewigkeit. O.K. wir sind zwar erst 7 Jahre, 3 Monate, 15 Stunden, 48 Minuten und 32 Sekunden zusammen. Aber wer zählt schon?

08.2015 (C) Christian L.

Und wieder einmal möchte ich mich bei Bastellieschen für das schöne Bild bedanken. Dankeschön


Endzeit?

… o.k. du brauchst eine Auszeit, aber warum von unserer Ehe? Was gibt es über unsere bisherige Zeit zu überlegen? Alles ziehst du in Zweifel, da kommen auch mir Gedanken, die mir nicht schmecken. Habe ich etwas falsch gemacht? Offene Karten, so haben wir es immer gehalten. Vielleicht bin ich auch nicht mehr interessant für dich, da du alles von mir weißt. Du konntest immer auf mich zugreifen, weil ich für dich irgendwie gläsern war. Erreichbar und Gläsern also berechenbar, toll, jetzt merk ich es auch. Es heißt doch, wer sich rarmacht, macht sich beliebt. Nur habe ich mich immer so verhalten, dass keine Eifersucht aufkommt. Das scheint wohl auch falsch zu sein. Als wir uns kennenlernten, warst du neugierig auf alles, was mich betraf. Heute ist alles geregelt und verplant. Der nächste Gedanke macht mir Angst. Hast du dich vielleicht verliebt? Ausbrechen aus dem Alltag und Neues oder Interessantes erlebt. Gibt dir jemand anderes das Gefühl, begehrt zu sein? Daran darf ich gar nicht denken, verliere ich dich? Ist vielleicht schon so viel passiert, dass du nicht mehr zu unserem Leben zurück willst? Egal wie das ausgeht, ich liebe dich und es wird auch immer so sein. Traurig macht mich, dass es auf diese weise geschieht. Frauen, du kannst sie nicht verstehen und du kannst es ihnen meist nicht recht machen. Welche Chancen hat unsere Ehe noch?

© 06.2015 Christian L.


Sehnsucht.

Wie gerne wäre ich jetzt bei dir. Mit geschlossenen Augen

deine Nähe spüren, und im gleichen Moment deinen Duft

war nehmen. Deinen Atem an meinem Hals spüren und

dich zärtlich festhalten. Diese Sehnsucht, nach unserem

Herz an Herz Gefühl, raubt mir unendlich viel Kraft.

In diesen, sehr verzweifelten, Stunden schöpfe ich

Kraft, mit einem Foto von dir. Es ist nicht irgendein

Foto, sondern das eine richtige, echte Foto von dir. Bei

einer Fotosafari sah ich dich durch das Okular der

Kamera und du lächeltest durch Zufall in meine Kamera.

Unsere erste Begegnung, unser erster Blick und um mich

war es geschehen. Mit sehr viel Anstrengungen und einer

gefühlten Ewigkeit an Zeit haben wir

zueinandergefunden.Jedes Mal wenn ich aus

betrieblichen Gründen von dir getrennt bin, habe ich

dieses Gefühl und verzehre mich nach dir. Vielleicht

sollte ich dir dieses gar nicht schreiben.Doch ich stehe

zu allem, was uns ausmacht, und zu dir sowieso.

(C) 06.2015 Christian L.


Was bleibt?

 

Ein großer Haufen Fotos, CDs, DVD, Eintrittskarten,

Urlaubsabrechnungen, Mitbringsel und vieles mehr.

Also passt mein ganzes Leben auf einen keinen Tisch?

Fotos, oder auch volle Fotoalben haben nur dann einen

Sinn, solange es Menschen gibt, die sich daran erinnern

oder ein eigenes Interesse haben. Von klein auf über die

Hochzeit, die Geburten bis hin zum heutigen Tag, alles

festgehalten. Und nun? War das alles? Soll das mein

Leben gewesen sein? Alles wertloser Plunder? Den

niemand gebrauchen kann oder haben will? Habe ich

denn mein Leben nicht gelebt?

 

Oder war da mehr?

Mit dem Foto meiner verstorbenen Hilde in der Hand

spürte ich meine Verzweiflung. Hilde, was mach ich

jetzt? Fragte ich, doch es war nur ein Ruf in die Stille.

Es war doch eigentlich ein tolles Leben, was wir hatten.

Bleibt denn nichts übrig?

Andere bauten sich Pyramiden oder Schlösser und wie

man sieht, sind solche Monumente auch dem Untergang

geweiht.

 

Diese Gedanken ließen mich nicht Los und es vergingen

Tage und Nächte. Wieder einmal am Grübeln, es war

später Nachmittag, da drang von der Hofmauer ein

Wehklagen zu mir herüber. Als ob sich ein Kind verletzt

hätte. Die Kleinen aus der Nachbarstraße sind über die

Mauer gestiegen und haben sich an den Kirschen, in

unserem Garten, schadlos gehalten. Deren Eltern trafen

mit mir gleichzeitig bei dem verletzten Kind ein. Als der

kleine Junge versorgt war und die Eltern sich wieder auf

den Heimweg machten ging auch ich zurück.

 

In diesem Moment wusste ich, was Übrig bleibt.

 

Ich rief die Kinder und ihre Eltern zurück und machte für

mich genau das Richtige. Ich erlaubte den Kindern mit

ihren Eltern bei mir so viele Kirschen zu pflücken, wie

sie wollten. Was sie dankend annahmen.

Zurück am Tisch und der Vergangenheit.

Da nahm ich das Foto meiner Hilde wieder auf und sagte

zu ihr mit einer gewissen Erleichterung. Warum soll ich

mir sorgen machen, was nach mir ist, wichtig ist, dass es

weiter geht. Wir haben unsere Zeit gehabt und unsere

Kinder gehen ihren Weg. Das, kann uns keiner nehmen.

 

© Christian L.

 

© Gisela E.


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